Dienstag, 2. Juli 2019

Akkutausch Sony Xperia Z1 Compact

Mit den Jahren und nach etlichen Ladezyklen zeigen Lithium Polymer Akkus Kapazitätsverluste. Wenn das zu schnelle Entladen nervt, wird es Zeit für einen Akkutausch - sofern möglich.
Handygehäuse kommen heute recht monolithisch daher, da die Gehäuseteile meist verklebt sind (staub- und wasserdicht). So auch das Sony Xperia Z1 Compact. Was aber nicht bedeutet, dass man den Akku nicht tauschen kann ...



Aber Achtung: Möglicherweise ist das Handy nach dem Akkutausch nicht mehr wasser- und staubdicht bzw. die Dichtigkeit entspricht nicht mehr der vom Hersteller angegebenen Schutzart IP58. 
Mit dem Handy also nicht baden gehen oder es im Staubsauger aufbewahren. ;-)

Im ersten Schritt habe ich die Gehäuserückseite ca. 15 Sekunden lang mit einem haushaltsüblichen Haarföhn erwärmt. Dadurch wird der Kleber unter der Rückseite weich.



Anschließend kann ein dünnes Stück Kunststoff (Plektrum oder SIM-Karte) von oben her unter die Rückseite gedrückt werden. Nun vorsichtig reihum die Rückseite abhebeln und abziehen.



Zum Vorschein kommt der Akku und die darauf verklebte NFC-Antenne. Einen Ersatzakku inklusive Halter und ohne NFC-Antenne habe ich für rund 10 € bekommen. Für ein paar Euro mehr sind sie auch mit NFC-Antenne erhältlich. 
 

Der Akkuhalter ist mit einer Schraube nahe der Kamera fixiert. Nach dem Lösen der Schraube und des Akkusteckers, kann der Akku mit dem Halter herausgenommen werden. 

 
Die NFC-Antenne ist aufgeklebt und läßt sich leicht mit der weißen Folie entfernen. Da die Rückseite der weißen Folie auch nach dem Abziehen noch klebt, kann die Antenne leicht auf den neuen Akku geklebt werden. 

 
Überschüssige Folie habe ich abgeschnitten, nicht jedoch die überlappenden Klebelaschen. Sie helfen beim richtigen Positionieren der Antenne auf dem neuen Akku.



Das Stück Schaumstoff auf dem Anschlusstecker war ebenfalls zu lösen und konnte auf dem Stecker des neuen Akkus platziert werden. Es sorgt für etwas Druck auf den Stecker, damit sich dieser bei Erschütterungen nicht löst. 


Nun noch den Halter festschrauben und den Stecker andrücken. 
Die Gehäuserückseite wieder richtig positioniert auflegen und ein paar Sekunden mit dem Fön erwärmen. 

 
Auf einer flachen Unterlage fest andrücken, und einige Zeit mit ein paar Büchern beschweren.



Noch mal: Möglicherweise ist das Handy nach dem Akkutausch nicht mehr wasserdicht bzw. die Dichtigkeit entspricht nicht mehr der vom Hersteller angegebenen Schutzart IP58. Ich werde es nicht darauf ankommen lassen ;-)

Das Einschalten funktionierte nach dieser Aktion tadellos. Der Akkutausch war damit erfolgreich. Ob der neue Akku was taugt, wird sich zeigen.


Aufwand: 
  • Akku 10 €
  • Arbeitszeit: 15 Minuten

Freitag, 17. Mai 2019

Samsung Galaxy Tab 10.2 öffnen

Mein Samsung Galaxy Tab 10.2 hat jahrelang ohne Beanstandungen seinen Dienst verrichtet. Android 4.2. ist zwar veraltet, aber zum Anzeigen der Uhrzeit, als eBook-Reader oder MP3-Player durchaus noch brauchbar. 
Doch plötzlich blieb es dunkel und still. Keine Reaktion auf Tastendruck. 

Akku defekt?




Zwei verschiedene Ladegeräte angeschlossen - gleiches Ergebnis. 
Die Geräterückseite fühlte sich warm an. Jedoch nicht dort, wo der Akku sitzt. Letztendlich blieb nur das Öffnen des Tablets.

Die Crux bei Sache: die wenigsten Tablets besitzen Schrauben, sondern im günstigsten Fall ein zusammengeklipptes Gehäuse - so auch beim Galaxy Tab.
Was braucht man zum Öffnen? Einen Gitarrenspieler, ein altes Handy und viel Gefühl. 
Bzw. dessen Plektrum und ein paar alte SIM-Karten. Aber andere Plastikteile tun es sicher auch :-)



Mit der scharfen Kante des Plektrums dringt man vorsichtig zwischen dem Bildschirmglas und dem Kunsstoffgehäuse ein. Wendet man hier zu viel Kraft auf, kann das Gehäuse oder das Innenleben Schaden nehmen. Am einfachsten geht es an der unteren Seite des Bildschirms. 




Wenn man nun das Plektrum mit Gefühl den Spalt entlang fährt, hört man klickende Geräuche, und das Gehäuse löst sich. Damit es beim Herausziehen des Plektrums nicht gleich wieder zuschnappt, kann man z.B. die SIM-Karten einstecken.



Anschließend des gleichen rechts und links und zum Schluss an der Oberseite. Hier besonders vorsichtig zu Werke gehen, denn die Öffnungen für Kartenschächte und Kopfhörerbuchse machen das Gehäuse dort besonders anfällig für Defekte.

Das Innenleben:



Die Hälfte des Gehäusevolumens wird vom Akku vereinnahmt.
Das Innenleben verrät auch das Herstellungsdatum:



Zum Akku: möchte man ihn tauschen, muss man erst mal die drei Flachbandleitungen von der Platine trennen. Heikel, aber machbar, da die Steckverbinder über einen Klippmechanismus verfügen. Dann noch die 10 Schrauben des Akkuhalters entfernen und den Steckverbinder des Akkus ziehen. ...
Aber erst einmal die Akku-Spannung messen.





Die Nennspannung des Li-ion Akkus ist mit 3,7V angegeben. 3,8V sind also in Ordnung.



Kein Grund, den Akku zu ersetzen.

Erst auf den zweiten Blick offenbarte sich eine mögliche Fehlerursache. Der Steckverbinder der Tasten hatte keinen Kontakt mehr zur Platine.



Diese Steckverbinder werden einfach aufgedrückt.



Ich habe ihn anschließend noch mit Klebeband gesichert.

Ein kurzer Test mit einem langen Tastendruck und der Bildschirm erwachte wieder zum Leben.




Nun wieder heruntergefahren und das Gehäuse vorsichtig zusammengefogt, bis es einrastete. Auch danach bootete das Tablet wie gewohnt.



Und konnte sich wieder seinen Aufgaben widmen.


Operation geglückt.


Sonntag, 14. April 2019

Morsetasten-Interface

Es gibt viele Wege das Geben von Morsecode mit einer Morsetaste oder einem Paddle zu erlernen. Beim Recherchieren nach gängigen Methoden bin ich auf das Freeware Programm HB9HQX Morse 6 von Beat Oehrli gestoßen. Dieses Programm bietet umfangreiche Möglichkeiten zum Hör- und Gebetraining.



Am sinnvollsten erschien mir das Geben mit einer richtigen Morsetaste statt die Tastatur des PCs damit zu quälen. Laut Programmbeschreibung kann zum Anschluss einer Taste oder eines Paddles die RS232 Schnittstelle genutzt werden - durch Tasten der CTS- (Clear to Send) und DSR- (Data Set Ready) Leitungen.

Um eine Morsetaste via USB anzuschließen bedarf es nur weniger Bauteile und entspechend übersichtlich ist der Schaltplan:



1x USB-RS232(TTL) Konverter Wandlermodul mit FT232RL Chip
1x Mono-Klinkenbuchse zum Anschluss einer Morsetaste
1x Stereo Klinkenbuchse zum Anschluss eines Paddles
2x 22nF Kondensator zum Entprellen der Tasten
1x LED (2 mA, rot)
1x 1k5 Vorwiderstand für LED
1x 6-pol Buchsenleiste, liegend
... Lochrasterplatine, Schaltdraht, passendes Gehäuse



Das Gehäuse ist aus dem "Ersatzteillager". Die vorhandene seitliche Öffnung habe ich für die LED als Betriebsanzeige genutzt. Die Stirnplatten sind aus 1 mm Alublech hergestellt.


Zusätzlich habe ich mit einer Buchsenleiste, neben den CTS- und DSR-Leitungen, auch die RX- und TX-Leitungen des Konverters zugänglich gemacht. So kann man relativ einfach weitere Tasten anschließen oder auch das Interface zweckentfremden.

Noch eine laminierte Beschriftung aufgeklebt und das Interface ist fertig.


Im HB9HQX Morse 6 Programm ist noch der COM-Port des Interfaces einzustellen.


Für eine Taste stellt man CTS oder DSR ein - ich nutze bei der Klinkenbuchse CTS. Paddles nutzen beide Signale (CTS = dit, DSR = dah).


Auf dem Blatt "Tasten" kann für Paddles noch "Interner Keyer" ausgewählt werden und schon kann man mit den Gebeübungen beginnen.


Jetzt fehlt mir zum regelmäßigen Training nur noch eine Käfig für den inneren Schweinehund ;-)


Sonntag, 3. März 2019

Früher, ...

... gab's lustige Schilder 😀


Zu sehen im: DB Museum Koblenz.

Sonntag, 10. Februar 2019

FA-VA5 - Vektorieller Antennenanalysator Bausatz

Der beste Hochfrequenzverstärker ist immer noch die Antenne ... unter gewissen Randbedingungen natürlich. Gerade das macht für mich den Reiz aus, Antennen selbst zu bauen und zu probieren, was geht.
Eine Randbedingung ist, dass die Antenne für das gewünschte Frequenzband an den Ausgangswiderstand des Verstärkers angepasste werden kann. Da die Endstufen in der Regel eine Impedanz von 50
Ω aufweisen, sollte die Impedanz der Antenne nicht zu weit davon abweichen. Bei Abweichungen in den Impedanzen wird ein Teil der vom Verstärker abgegebenen Leistung reflektiert und kann im schlimmsten Fall zur Beschädigung der Endstufe führen. 

Um das Stehwellenverhältnis (SWR) und die Impedanz zu messen, habe ich mich nach einem Antennenanalysator umgesehen und in bei www.box73.de gefunden: der FA-VA5



Der FA-VA5 wurde von Michael, DG5MK, entwickelt und wird als Bausatz von der Box 73 Amateurfunkservice GmbH vertrieben. Doku und Firmware sind auf Michaels Download-Seiten zu finden: www.dg5mk.de.

Der Bausatz besteht aus folgenden Teilen:



* LCD Display, 128 x 64 Pixel
* vorbestückte Hauptplatine
* 2 Batteriehalter für AA-Batterien
* USB-Konverterplatine
* Typenschild
* 3 Taster + Knöpfe
* Schiebeschalter
* Piezosummer
* Antennenbuchse
* Buchsenleisten
* Alu-Gehäuse
* Kleinteile
* Bau- und Bedienungsanleitung
* 3-teiliges Kalibrierset  (open, short, 50 Ω)

Die Bauanleitung ist ausführlich und lässt beim Zusammenbau keine Fragen offen. Alle SMD-Bauteile sind auf der Hauptplatine bereist vorbestückt.

 


Lediglich der USB-Konverter könnte als "SMD-Bauteil" bezeichnet werden, dass noch aufgelötet werden muss. Der USB-Konverter stellt unter Windows eine serielle Schnittstelle (COM-Port) zur Verfügung.



Alle anderen Bauteile sind bedrahtet. Es ist sogar ein Pappstreifen im Bausatz enthalten, der beim Verlöten der Buchsenleisten hilft, den richtigen Abstand des Displays zur Platine einzuhalten. So schließt das Display später bündig mit der Gehäuseoberschale ab.



Nach dem Bestücken und Einsetzen des Displays, ein erster Einschalttest:


Die Platine wird mit der Gehäuseunterschale verschraubt. Beim Einsetzen der Platine ins Gehäuse ist etwas Fingerspitzengefühl erforderlich, da die BNC-Buchse ein wenig behindert.


Abschließend noch das Gehäuse verschraubt und die Füße und das Typenschild auf der Unterseite angebracht.


Fertig!

Kopfseite mit BNC-Buchse und EIN-Schalter:


Linke Seite mit USB-Anschluss:


Open- und Short-Element des Kalibriersets müssen noch zusammengebaut werden.


Das mitgelieferte Set ist laut Doku von Telegärtner und bis 100 MHz gut verwendbar. Da ich den verfügbaren Messbereich bis 600 MHz nutzen möchte, habe ich mir das Set mit der
Art.Nr.: BX-245-SOL zusätzlich besorgt.



Mit diesem Set von SDR-Kits werden die Kompensations-Parameter der Elemente für verschiedene Kalibrierungsmodelle mitgeliefert.



Die Bedienung des FA-VA5 ist in der mitgelieferten Bau- und Betriebsanleitung beschrieben.

Firmware Update:
Seit Oktober 2018 gibt es die Firmware 1.08 auf Michaels Download-Seite: www.dg5mk.de.
Das Update erfolgt über den USB-Anschluss, und eine Updateprozessbeschreibung ist im Download enthalten.

PC-Software:
Über den USB-Anschluss lässt sich auch die VNWA-Software von Thomas, DG8SAQ, zur Analyse nutzen. Sie kann von der Website www.sdr-kits.net heruntergeladen werden. Eine kurze Anleitung dazu ist ebenfalls in der mitgelieferten
Betriebsanleitung enthalten.

Abschließend:
Der Antennenanalysator ist nun fertig und war auch schon einige Male im Einsatz.  Es ist ratsam, sich auch hier mit der Messmethodik tiefergehend zu beschäftigen, denn ansonsten: "Wer misst, misst Mist."
Und noch ein kleiner Tipp: wenn die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprechen, ruhig mal an den angeschlossenen Kabeln und Adaptern rütteln. Ein schrottiger BNC-PL-Adapter kann einem herrlich den Tag "versüßen" ;-)