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Sonntag, 21. Dezember 2014

Dezember - Zeit der Jahresrückblicke


Lasse ich das Jahr Revue passieren, so habe ich den Eindruck, dass es mehr von Reparaturen und Gerätedefekten geprägt war, als von Eigenentwicklungen. Sei es aus Unachtsamkeit, geplanter oder natürlich Obsoleszenz, Blitzschlag oder schlicht Neugier - in 2014 haben mich einige Geräte mehr beschäftigt, als ich es erwartet habe.
Das "leider" habe ich an dieser Stelle weggelassen. Auch wenn Reparaturen nicht meine Lieblingsbeschäftigung sind, boten sie doch viele Möglichkeiten für neue Einblicke, Lösungen und Verbesserungen. 
Nebenbei hat sich noch mein Ersatzteillager gefüllt und ebenso die Liste möglicher Blog-Beiträge, sofern die "Defekt-Welle im kommenden Jahr abebbt. 


Montag, 28. April 2014

Umrüstung eines RC-Car Akkus - oder: Wertschöpfung am Akku

Wer Akkus für sein RC-Car benötigt muss mitunter tief in die Tasche greifen. Wie die Preise jedoch bei manch einem Händler zu rechtfertigen sind, blieb mir bisher verschlossen.

Mit etwas Eigeninitiative, z.B. durch einen selbst ausgeführten Wechsel der Steckverbindung, können einige Euro gespart werden.

Hier zum Beispiel bei einem NiMH-Akku mit 7 Zellen und einer Kapazitäz von 4200 mAh. Dieser Akku wird - Stand 28.4.2014 - bei einem Händler (der Name ist unerheblich ;-) ) in folgenden Konfigurationen angeboten:

  • mit T-Buchse für 18,84 €
  • mit Traxxas-Buchse für 44,95 €
  • mit Tamiya-Stecker für 44,95 €

Da die Akkus immer vom selben Typ sind, müssen die Traxxas-Buchsen und Tamiya-Stecker offenbar extrem teuer oder unheimlich aufwendig anzubringen sein [Ironie beabsichtigt].

Leider brauche ich diese extrem wertvollen Tamiya Stecker. Die Stecker erhält man beim selben Händler - erstaunlicherweise - im 5er Pack zu 3,45 €.


Die folgenden Schritte habe ich für jeden Leiter nacheinander durchgeführt, um unbeabsichtigte Kurzschlüsse zu vermeiden.
Die Steckerbelegung beachten! Der Tamiya Stecker ist asymetrisch, um eine Verpolung zu vermeiden: der Plus-Kontakt gehört in die quadratische Öffnung, der Minus-Kontakt in die bogenförmige:

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ATamiya_Connector.gif

  • Leiter von der T-Buchse abtrennen und abisolieren. 
  • Leiter mit Einzelkontakt verlöten und Zugentlastung quetschen. 
  • Einzelkontakt in das Steckergehäuse schieben. 

Nach Abschluss der Arbeit, also 10 Minuten später (mit Anheizzeit des Lötkolbens) hat man einen Akku der in der Anschaffung 22,29 € gekostet hat und beim Händler für 44,95 € angeboten wird. 

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!


Der Schelm hat durch diese kleine Maßnahme 22,66 € pro Akku gespart und noch Stecker übrig, um weitere Akkus umzurüsten. 

Freitag, 10. Januar 2014

Die LogView-Ladestation - oder: wohin mit dem alten Laptop?

Lange, lange gammelte er im Schrank ...


... mein Toshiba Satelitte 4010 CDS Laptop.






Gekauft hatte ich es ca. 1997/98 und ein paar Jahre im Einsatz mit Windows 98, dann ME, 2000 und immer parallel dazu mit SuSE-Linux. Irgendwann reichte die Performance des Pentium II mit 266 MHz nicht mehr für die üblichen Office- und Web-Anwendungen. Auch die Aufrüstung des Arbeitsspeichers von 32 MB auf 96 MB zögerte den Zeitpunkt der Ausmusterung nur wenig hinaus. Die Festplatte hat nur 3,8 GB, und die Monitor Auflösung ist 800x600 Pixel, wobei es sich um ein Color Super Twist Nematic (CSTN) Display handelt, dass eine grottenschlechte Abbildungsqualität zur Verfügung stellt.
Jedes Smartphone lächelt heute mitleidig über solche Werte, das Gerät ist quasi wertlos.

Das heißt jedoch nicht, dass man es nicht noch für etwas sinnvolles einsetzen könnte. Hier leistet der Satellite nun gute Dienste als Logging-Gerät für meine Ladestation. Und es sollte sich zeigen, dass selbst dieser "Uralt-Prozessor", der an der Untergrenze der Minimalanforderungen für Windows XP Professional rangiert (laut Microsoft 233 MHz, 64 MB RAM), trotzdem mit eben diesem Betriebssystem noch betreibbar ist.



Positiv wirkten sich auf dabei aus, dass der Satellite nicht mit dem LAN verbunden ist, also rein als Insellösung betrieben wird. Dadurch kann ich z.B. auf den Einsatz eines Virenscanners oder Internet-Security Produktes und auf diverse Windows-Dienste verzichten, die im laufenden Betrieb Performance "fressen".


Die Ladestation

... ist im wesentlichen ein Robbe Power Peak B6EQ-BID, mit dem ich 6- und 7-zellige NiMH Akkus für RC Cars lade und auch den Bleiakku für meine Teleskop-Montierung. Der Power Peak ist auch für NC, LiPo und LiFe-Akkus geeignet.



Per USB wird der Lader mit dem Rechner verbunden. Die Stromversorgung des Laders erfolgt über ein m
itgeliefertes externes Schaltnetzteil oder alternativ - beim Feldeinsatz - über direkten Anschluss an die 12V KFZ-Spannungsversorgung.


Es verfügt über einen Temperatursensor (auf den Akku geklebt) und sorgt bei erreichen der zulässigen Grenztemperatur für eine vorzeitige Abschaltung, um den Akku nicht zu beschädigen.


Software

Mit dem Programm LogView von Dominik Schmidt und Holger Hemmecke werden die Spannungs-, Strom- und Temperaturverläufe, sowie die übertragenen Ladung aufgezeichnet und grafisch dargestellt. Die Logging Möglichkeiten sind nicht auf diese Anwendung hier beschränkt, sondern anpassbar. Das Programm ist Donationware, man wird beim ersten Start dazu aufgefordert, eine Spende nach eigenem Ermessen zu leisten. Dieses liebevoll gestaltete Programm ist eine großzügige Spende wert!

Beim ersten Start ist die Grundkonfiguration vorzunehmen. Hierbei wählt man den seriellen Port aus, der als Silicon Labs CP210x USB to UART Bridge bezeichnet ist. Der Treiber kann bei Silicon Labs heruntergeladen werden.



Anschließend wird das Ladegerät ausgewählt:




Zur einfacheren Handhabung kann man das Logging automatisch starten lassen, wenn der Lade- oder Entladevorgang am Ladegerät gestartet wird:





Die Darstellung wären des Ladens ist auf verschiedene Arten möglich: als Graph, tabellarisch, in Großschrift und als Zeigerinstrument. 






Die beiden letzten Möglichkeiten dienen dem schnellen erfassen der aktuellen Parameter. Graph und Tabelle sind exportierbar und dienen der Dokumentation und weiteren Auswertung der Ladeverläufe.

Nach Abschluss des Ladevorgangs hält die Aufzeichnung an und ist speicherbar und exportierbar.
Hier z.B. die exportierte Grafik für die Ladung des obigen halb leeren Akkus.



Am Stromverlauf ist gut zu erkennen, wie das Ladegerät minütlich den Innenwiderstand des Akkus ermittel und den Ladestrom einstellt (Delta-Peak-Ladeverfahren).

Resümee: auch ein P II ist noch zu schade für die Tonne.