Freitag, 1. September 2017

Siemens Siwamat 5080 - Wasserpumpentausch

Symptom:
In der Waschtrommel stand nach dem Ende des Waschprogramms noch Wasser. Beim Abpumpen gab die Pumpe zwar noch Betriebsgeräuche von sich, das typische Geräuch abfließenden Wassers blieb jedoch aus.

Der Abwasserschlauch war nicht verstopft und auch nicht der Abfluss. Die Ursache musste in der Maschine zu finden sein.

Als erstes wurde das Wasser aus der Maschine abgelassen. unter der untersten Gehäuseblende befindet sich ein Ablassschlauch über den man das Wasser in einen Behälter ablassen kann.
Danach kann die Verschlussdeckel der Pumpe geöffnet werden.


Im Inneren ließen sich keine Verschmutzungen erkennen. Der Pumpenrotor erschien mir jedoch etwas schwergängig.
Zur genaueren Untersuchung musste die Pumpe ausgebaut werden.

Aber zuerst: vom Netz trennen - Stecker raus!

Bevor das Frontblech jedoch entfernt werden kann, muss die Trommeldichtung von der Front gelöst werden. Die Dichtung ist mit einem Spannring fixiert, der fensterseitig durch die Dichtung verdeckt wird.


Man muss sich schon genau anschauen, wo der Spannring auf der Dichtung sitzt und wie die Dichtung mit dem Frontblech verbunden wird. Sonst wird das Aufsetzten evtl. etwas schwierig.
Mit einem Schraubendreher kann der Ring vorsichtig nach vorne abgehebelt werden. 

 
Die gelöste Dichtung ins Trommelinnere drücken




Zum Entfernen der Front sind drei Schrauben zu lösen. Die erste versteckt sich hinter der Waschmittelschublade, die durch leichten Druck auf das Mittelteil ganz herausziehen kann.



Die Schraube befindet sich unten rechts:  


Die beiden anderen Schrauben befinden sich unterhalb des Frontbleches:


Das Frontblech konnte nun nach links geöffnet werden, um den Bowdenzug der Türverriegelung aus den Halterungen A und B auszuhängen.
Der Steckverbinder C musste noch abgezogen werden und das Frontblech war frei.



Zuerst wurden die Schlauchschellen entfernt. Dazu kann man mit einer Wasserpumpenzange die Schellen an den markierten Stellen zusammendrücken und soweit auf den Schlauch verschieben, dass sie keinen Druck mehr auf das Anschlussrohr an der Pumpe ausüben. Die Schläuche können dann abgezogen werden.

Die Pumpe ist mit 4 Schrauben am Gehäuse befestigt (bei meiner Maschine nur mit 3, die 4. war in Urlaub)



Nur noch das Kabel von den Haltern an der Schutzabdeckung befreien und den Steckverbinder abziehen.




Die Pumpe war damit ausgebaut.




Am Trenntrafo angeschlossen zeigt sich zwar, dass sich das Pumpenrad dreht, es entwickelt jedoch nicht ausreichend Kraft, um das Abwasser zu pumpen.




Eine neue Pumpe musste beschaft werden. Das Typenschild gibt Auskunft über das Modell und die Leistungsdaten.




Etwas Recherche im Netz und eine passende bezahlbare Ersatzpumpe war gefunden - und nach 2 Tagen auch geliefert.





Der Einbau erfolgte in in umgekehrter Reihenfolge.



  • Steckverbinder an Pumpe aufstecken
  • Pumpe am Frontblech verschrauben
  • Schläuche aufschieben und mit den Schlauchschellen fixieren
  • Steckverbinder C am Türschloss aufstecken
  • Bowdenzug in die Halterungen B, dann A des Schlosses einhängen
  • Frontplatte anbringen und verschrauben
  • Waschmittelschublade wieder einsetzen
Und nun kam der schwierigste Teil der ganzen Operation.
Trommeldichtung über den Frontplattenfalz stülpen und mit dem Spannring wieder sichern. Die Dichtung muss den Falz ganz umschließen, sonst rutscht sie beim Aufsetzen des Spannringes wieder ab. Der Spannring sitzt in einer Vertiefung und muss so auf der Dichtung sitzen, dass er das Gummi hinter dem Falz zusammendrückt. Nur so erhält die Dichtung ihren Halt. 
Beim Aufsetzen des Spannringes war Vorsicht geboten. Mit einem Schraubendreher kann man den Ring wieder über den Falz hebeln, muss jedoch sehr behutsam zu Werke gehen. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Dichtung beschädigt wird, der Lack oder man selbst.

Alles in allem birgt dieser letzte Schritt hohes Frustpotential.
... aber als die Maschine dann wieder funktionierte und alles dicht war, war der Frust schnell vergessen. :-)
  

Donnerstag, 31. August 2017

Siemens Siwamat 5080 - Tausch der Kohlebürsten

Unsere Siwamat ist nicht mehr schön, hat auch schon ein paar Umzüge über sich ergehen lassen müssen. Aber er läuft und läuft und läuft ... seit 22 Jahren ... und fing ausgerechnet nach dem Urlaub, im Schatten sich türmender Wäscheberge an zu zicken.


Der Motor gab weder Bewegung noch Geräuch von sich - gütiger Weise auch keinen Geruch. Vermutung: die Motorkohlen müssen getauscht werden.
Da der Antrieb hinten sitzt, musste die Rückwand entfernt werden.
Aber zuerst: vom Netz trennen - Stecker raus!


Elf Schrauben später - Akkuschrauber sind ein tolle Erfindung - ist der Antrieb freigelegt.

 
Als nächstes wurde der Steckverbinder für die Motorstromversorgung und der Schutzleiter abgezogen.


Nach dem Abnehmen des Antriebsriemens wurde die Halteschraube entfernt.


Der Motor kippt dann nach rechts unten weg und kann vorsichtig, ggf. mit etwas Ruckeln, nach vorne herausgezogen werden.
Vorsicht: Verletzungsgefahr! ... an den Blechkanten des Gehäuses.


Die Kunststoffabdeckung ist einfach fixiert und kann leicht entfernt werden.


Die Motorkohlen sind beidseitig am hinteren Ende des Motor einfach erreichbar.


Nach dem Abziehen der Anschlüsse genügt ein Druck auf die Anschlussfahne, bis diese Aus der Halterung ausrastet und nach oben gekippt werden kann.


Die Kohlebürste kann dann herausgezogen werden.


Verbraucht sahen die Kohlen jedoch nicht aus. Warum bekam der Motor aber keinen Strom?


In der Führung der Kohlebürste hatte sich Abrieb festgesetzt, so dass die Federkraft nicht ausreicht die Kohle an den Kollektor zu drücken. Es war schlicht ein Kontaktproblem.
Nach bem Reinigen der Führungshülsen war das Problem behoben. 

Beim Einsetzen der Kohlebürsten ist auf die Lage der Abschrägung zu achten. Die Kohle muss plan auf dem Kollektor aufliegen.
Etwas leichten Druck mit einem Schraubendreher erleichter das Einrasten der Anschlussfahnen in die Halterung.


Vor den Einsetzen des Motors habe ich ihn noch mit Druckluft vom Abrieb befreit. 
Achtung: Kohlestaub! 
Kohlestaub ist eine eklige Angelegenheit. Man sollte ihn nicht einatmen, er setzt sich überall fest und ist schwierig zu entfernen. Ich habe die Druckluftreinigung deshalb im Freien erledigt.
Danach habe ich die Kunststoffabdeckung wieder angebracht und mit einem Kabelbinder fixiert.



Beim Einsetzen die Halteschraube erste festziehen, wenn der Antriebsriemen aufgesetzt wurde. Darauf achten, dass er richtig in den Rillen des Antriebsrades sitzt und bei ausreichender Riemenspannung die Schraube festziehen.

Anschließend die Anschlusskabel wieder einstechen, und den Schutzleiter nicht vergessen.

Die Rückwand war schnell wieder angeschraubt und die Maschine lief wieder einwandfrei.
Letztendlich mussten die Kohlen nicht getauscht werden. Die Vorgehensweise wäre jedoch die gleiche gewesen.

Yaesu FT-7800E Mod


Das Yaesu FT7800 ist ein FM Mobil Transceiver für das 2m- und 70cm Band. 
Die Empfangsmöglichkeiten umfassen die Frequenzbereiche 108... 520 MHz und 700...1000 MHz. Im Bereich 108...137 MHz und 300...320 MHz ist AM-Empfang.
Die Bereiche zum Senden liegen bei den für den deutschen Märkt bestimmten Geräten, entsprechend den Amateurfunkbändern, bei 144...146 MHz und 430...440 MHz.

Ein solches Gerät konnte ich recht günstig erwerben, wohl auch deshalb, weil es nicht für den deutschen Markt bestimmt war. Äüßerlich erkennbar war es durch die falschen Relaisablagen im ARS (= Automatic Repeater Shift).

Das Gerät lässt sich jedoch durch Entfernen/Anbringen einer Brücke in Form eines SMD-Widerstandes umkonfigurieren. 
Dazu ist die Gehäuseabdeckung durch lösen von 4 Schrauben an der Oberseite und je 2 Schrauben an den Seiten erforderlich. Auf der forderen lnken Seite ist eine Art Jumper-Feld, wo sich die SMD-Widerstandsbrücken befinden.


Bei meinem Gerät waren die Widerstände R1288 (A) und R1290 (C) eingebaut. Damit handelt es sich laut mods.dk um ein Gerät der Europa-Version E2 (falsche Relaisablage).


Für den deutschen Markt ist Europa-Version E1 die richtige. Dazu müsste die Widerstände A und C entfernt werden und an Position B einer eingesetzt werden.

Entfernt man jedoch nur Widerstand A, so erhält man ebenfalls die Europa-Version E1, jedoch mit einem erweiterten Sendebereich von 137...174 MHz, bzw. von 420...470 MHz.

Da SMD Auslöten einfacher ist, als Einlöten, habe ich mich für die letztere Möglichkeit einer "offenen" Version entschieden.



Kleiner Nebeneffekt: auf dem Gebrauchtmarkt erzielen "offene" Geräte teilweise einen höheren Preis, als die "beschränkten". Eine Nutzung dieser erweiterten Sendemöglichkeit ist jedoch in Deutschland verboten. Zum Testen ist also unbedingt ein Dummy-Load zu verwenden.

Nach dem Zuschrauben des Gehäuses muss noch ein Reset durchgeführt werden. Alle Einstellungen werden dabei auf die Factory Defaults zurückgesetzt und die bisherigen Speicherinhalte gehen verloren.

1. MHz-Taste drücken und gedrückt halten
2. Gerät einschalten
3. MHz-Taste loslassen 
4. mit dem rechten Einstellknopf "F-5 ALLRST" auswählen
5. für ca. 1/2 Sekunde die BAND-Taste drücken

Danach ist der Reset abgeschlossen. 

Das Gerät hat nun die für Deutschland richtigen Relaisablagen im ARS:

2m: -600 kHz
70cm: -7600 kHz






Montag, 17. April 2017

Akkutausch beim VELUX INTEGRA® SOLAR SSL

Elektroantrieb ist toll: Knopfdruck und es tut sich was.
Akkubetrieb ist noch toller. Und solargeladener Akkubetrieb ist am tollsten ... bis auf Knopfdruck nichts mehr geht und der Rollladen des Dachfensters halb eingefahren den Dienst quittiert.
So geschehen nachdem der Solarrollladen erst 4 Jahre auf dem Dach war, montiert nachdem ein heftiger Hagel dem Kurbelrollladen beschädigte. Kurbelantrieb war 2012 bei VELUX® out, bzw. würde nicht mehr vertrieben hieß es.



Merke: Kurbel geht immer - auch ohne Strom.

Eine Begutachtung durch den Dachdecker unseres Vertrauens ergab: vermutlich sei der Akku defekt. Kostenvoranschlag: > 400 € - allein der Velux-Ersatzakku sollte 247 € netto kosten.
Leider hat sich mein Portemonnaie gesträubt diesen Betrag für einen mutmaßlich defekten Akku auszuspucken, ohne dass ich der Sache nicht vorher auf den Grund gegangen wäre.

Laut Montageanleitung (zu finden auf http://www.velux.de) ist der Aubau des Antriebs relativ einfach. Das Problem: wie bekommt man das Fenster ganz geöffnet und an den Motor ran, wenn der Rollladen halb geschlossen ist? Die Montageanleitung zeigte, wie die seitlichen Führungsschienen zu entfernen sind. Zur einfacheren Untersuchung habe ich dann den kompletten Rollladen demontiert.
 
Durch leichten Zug am unternen Ende der linken Seitenabdeckung, kann diese entfernt werden und der Montageflansch des Antriebs kommt zum Vorschein.


Die transparente Gummiabdeckung kann abgezogen werden, um den Anschluss des Solarpanels zu entfernen. Das braune Kabel sieht aus, als hätte man vergessen es anzuschließen, ist aber die Antenne für die Funkfernbedienung.


Nach dem entfernen der beiden T20 Schrauben kann der Antrieb herausgezogen werden.





Nun wird die Gummiabdeckung vorsichtig aus der Verankerung gezogen und die Steckverbindung des Motorkabels gelöst.



Anschließend kann man vorsichtig die Steuerelektronik inkl. Akku herausziehen.


Der Akku ist mit einem Kunststoffhaken am Gehäuse der Steuerelektronik befestigt und läst sich nach dem Abziehen der Steckverbindung leicht aushaken.


Das Typenschild des Akkus:



Eine Messung am Akkuanschluss ergab eine Spannung von < 3 V. Der Akku war also tatsächlich defekt. Ein Blick unter die weiße Hülle ...



 ... zeigt eine Reihenschaltung aus 9 Standard-AA-Akkus.

Mir ist unklar, warum dieser Akkupack von Velux so teuer sein soll. Bei verschiedenen Anbietern im Netz findet man z.B. Umrüstsätze auf Solar, die die Antriebseinheit inkl. Akku und Solarpanel enthalten für um die 100 €. Einen passenden Akku habe ich für rund 60 € erhalten. 

Wichtig: Der Akku sollte Temperaturen von -20 °C bis +50 °C aushalten können - Temperaturen, die auf Dächern keine Seltenheit sind.

Zuerst habe ich den neuen Akku aufgeladen, damit es das Solarpanel leichter hat, die Ladung zu erhalten.


Der neue Akku hatte nur Lötfahnen. Zum Anschließen musste ich das Kabel des alten Akkus anlöten und mit Schrumpfschlauch isolieren. 
Auch das Kunststoffteil muss man noch anbringen, wozu die äußere Ummantelung des Akkupacks an der Stirnseite etwas angeschnitten werden musste.


Dann Akkupack wieder an der Steuerelektronik einhaken, Steckverbindung einstöpseln und alles wieder vorsichtig in das Antriebsgehäuse einschieben, wobei man das Motorkabel festhalten muss.
Anschließend Motorkabel einstecken und das Inenleben mit der Gummiabdeckung fixieren. Nach dem Einschieben des Antriebs, diesen wieder mit den beiden T20 Schrauben fixieren und das Solarpanel anschließen.
Vor der Dachmontage noch kurz gemäß Anleitung die Fernbedienung mit dem Empfänger koppeln und die Seitenabdeckung kann wieder angebracht werden. Nach der Montage hat der Rollladen sofort wieder funktioniert.


Die Zukunft wird zeigen, wie es um die Lebensdauer des Ersatzakkus bestellt ist. Das Solarpanel zeigt nach Nord-West und ist etwa 45° geneigt. Fraglich ob die Sonneneinstrahlung ausreicht, den Akku dauerhaft ausreichend zu laden. Gelegentliches Reinigen des Solarpanels ist sicher auch von Vorteil.

Beim nächsten Austausch - der bei NiMH Akkus bestimmt wieder anstehen wird - greife ich evtl. zum Umrüstsatz. Die Motoreinheit komplett zu ersetzen dürfte dann in einer halben Stunde und ohne Demontage des kompletten Rollladens erledigt sein.

Alles in allem vier Stunden Arbeit für Demontage, Montage und Recherche im Netz, bei einer Ersparnis von > 300 €.


~ * ~




Der Post könnte nun zu Ende sein ... aber da war ja noch das Gehäuse mit der Steuerelektronik ... wie die wohl von innen aussieht?

Also vorsichtig an der "Akku-Seite" zwei Kunststoffclips gelöst und anschließend je einen an der Längsseite. Zum Vorschein kommt eine Doublelayer-Platine mit einseitiger Bestückung von SMD Bauelementen.



ADF7020
Ein FSK/ASK Transceiver Chip von Analog Devices für das ISM-Band (433 MHz) dient der Kommunikation zur Fernbedienung.

D78F1144
Das "Gehirn" der Schaltung ist ein 16-bit Mikrocontroller der 78K0R/Kx3-Familie von Renesas mit 128 kB Flash Memory und 8 kB RAM. 

LM2904
Ein Dual Operationsverstärker Baustein von Texas Instruments dient zur Verstärkung der Steuersignale an die Treiberbausteine.

Außerdem sind noch ein Uhrenquarz mit 32678 Hz, ein 11,0592 MHz  Oszillator und 2 Brückentreiberbausteine mit unleserlicher Beschriftung zu finden.

Ich hoffe, diese Platine nicht so schnell wieder sehen zu müssen ;-).



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