Freitag, 10. Januar 2014

Die LogView-Ladestation - oder: wohin mit dem alten Laptop?

Lange, lange gammelte er im Schrank ...


... mein Toshiba Satelitte 4010 CDS Laptop.






Gekauft hatte ich es ca. 1997/98 und ein paar Jahre im Einsatz mit Windows 98, dann ME, 2000 und immer parallel dazu mit SuSE-Linux. Irgendwann reichte die Performance des Pentium II mit 266 MHz nicht mehr für die üblichen Office- und Web-Anwendungen. Auch die Aufrüstung des Arbeitsspeichers von 32 MB auf 96 MB zögerte den Zeitpunkt der Ausmusterung nur wenig hinaus. Die Festplatte hat nur 3,8 GB, und die Monitor Auflösung ist 800x600 Pixel, wobei es sich um ein Color Super Twist Nematic (CSTN) Display handelt, dass eine grottenschlechte Abbildungsqualität zur Verfügung stellt.
Jedes Smartphone lächelt heute mitleidig über solche Werte, das Gerät ist quasi wertlos.

Das heißt jedoch nicht, dass man es nicht noch für etwas sinnvolles einsetzen könnte. Hier leistet der Satellite nun gute Dienste als Logging-Gerät für meine Ladestation. Und es sollte sich zeigen, dass selbst dieser "Uralt-Prozessor", der an der Untergrenze der Minimalanforderungen für Windows XP Professional rangiert (laut Microsoft 233 MHz, 64 MB RAM), trotzdem mit eben diesem Betriebssystem noch betreibbar ist.



Positiv wirkten sich auf dabei aus, dass der Satellite nicht mit dem LAN verbunden ist, also rein als Insellösung betrieben wird. Dadurch kann ich z.B. auf den Einsatz eines Virenscanners oder Internet-Security Produktes und auf diverse Windows-Dienste verzichten, die im laufenden Betrieb Performance "fressen".


Die Ladestation

... ist im wesentlichen ein Robbe Power Peak B6EQ-BID, mit dem ich 6- und 7-zellige NiMH Akkus für RC Cars lade und auch den Bleiakku für meine Teleskop-Montierung. Der Power Peak ist auch für NC, LiPo und LiFe-Akkus geeignet.



Per USB wird der Lader mit dem Rechner verbunden. Die Stromversorgung des Laders erfolgt über ein m
itgeliefertes externes Schaltnetzteil oder alternativ - beim Feldeinsatz - über direkten Anschluss an die 12V KFZ-Spannungsversorgung.


Es verfügt über einen Temperatursensor (auf den Akku geklebt) und sorgt bei erreichen der zulässigen Grenztemperatur für eine vorzeitige Abschaltung, um den Akku nicht zu beschädigen.


Software

Mit dem Programm LogView von Dominik Schmidt und Holger Hemmecke werden die Spannungs-, Strom- und Temperaturverläufe, sowie die übertragenen Ladung aufgezeichnet und grafisch dargestellt. Die Logging Möglichkeiten sind nicht auf diese Anwendung hier beschränkt, sondern anpassbar. Das Programm ist Donationware, man wird beim ersten Start dazu aufgefordert, eine Spende nach eigenem Ermessen zu leisten. Dieses liebevoll gestaltete Programm ist eine großzügige Spende wert!

Beim ersten Start ist die Grundkonfiguration vorzunehmen. Hierbei wählt man den seriellen Port aus, der als Silicon Labs CP210x USB to UART Bridge bezeichnet ist. Der Treiber kann bei Silicon Labs heruntergeladen werden.



Anschließend wird das Ladegerät ausgewählt:




Zur einfacheren Handhabung kann man das Logging automatisch starten lassen, wenn der Lade- oder Entladevorgang am Ladegerät gestartet wird:





Die Darstellung wären des Ladens ist auf verschiedene Arten möglich: als Graph, tabellarisch, in Großschrift und als Zeigerinstrument. 






Die beiden letzten Möglichkeiten dienen dem schnellen erfassen der aktuellen Parameter. Graph und Tabelle sind exportierbar und dienen der Dokumentation und weiteren Auswertung der Ladeverläufe.

Nach Abschluss des Ladevorgangs hält die Aufzeichnung an und ist speicherbar und exportierbar.
Hier z.B. die exportierte Grafik für die Ladung des obigen halb leeren Akkus.



Am Stromverlauf ist gut zu erkennen, wie das Ladegerät minütlich den Innenwiderstand des Akkus ermittel und den Ladestrom einstellt (Delta-Peak-Ladeverfahren).

Resümee: auch ein P II ist noch zu schade für die Tonne.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen