Mittwoch, 30. Oktober 2013

Innenansichten: Rauchmelder ELRO RM125

In manchen Bundesländern gehört er schon zur Pflichtausstattung eines Hauses. Er verbringt den größten Teil seines funktionellen Daseins (hoffentlich) in Ruhe und meist unbeachtet an so mancher Zimmerdecke: der Rauchmelder.







Zur Ausstattung eines ganzen Hauses werden die fotooptischen Rauchmelder z.B. in 6er Sets angeboten, und davon hatte ich noch einen Rauchmelder übrig, der seit längerem ein einsames Dasein fristete. Davon habe ich ihn nun erlöst, weil sich an seinem unaufschraubbaren Gehäuse mal wieder meine Neugier "entzündete", ich war "Feuer und Flamme", ...



Zum Öffnen der 3 Clip-Verschlüsse ist etwas sanfte Gewalt und ein Flachschlitz-Schraubendreher ratsam. Vorsicht: Verletzungsgefahr!

















Die meisten elektronischen Bauteile sind unterhalb des Piezos verborgen. Die Schaltung kommt mit einer einseitig kupferbeschichteten Platine aus, auf deren Unterseite keine weiteren Bauteile zu finden sind. Es sind ausschließlich bedrahtete Bauteile im Einsatz, es sind keine SMD Bauteile verbaut.



Das Herzstück besteht aus einem MC145012P Chip, ein "Photoelectric Smoke Detector IC with I/O and Temporal Pattern Horn Driver".
I/O hört sich interessant an. Das I/O liegt bei diesem Chip an Pin 7, der in dieser Schaltung nicht benutzt wird. Laut Datenblatt können mit dieser Funktion bis zu 40 Einheiten vernetzt werden oder andere Geräte - ggf. unter Verwendung zusätzlicher Treiberstufen - angesteuert werden, wie z.B. eine Notbeleuchtung oder andere Alarmierungsgeräte.

Da die Schaltung übersichtlich ist, war der Schaltplan relativ schnell ermittelt:



Im Wesentlichen entspricht die Schaltung dem Designvorschlag des Datenblattes. Einige Bauteilwerte weichen ab, da diese vom Type der IR Dioden, des Transistors und des Piezos abhängig sind.

Als Treiber für die IR Sendediode kommt ein 8050C NPN Transistor zum Einsatz. Gesendet wird ein gepulstes Signal, um Störeinflüsse durch kontinuierliche Fremdstrahlung zu minimieren.
Apropos IR Sendediode ... die versteckt sich ja noch im Rauchsensor:



Auch hier ist zum Öffnen etwas Krafteinsatz notwendig, da auch hier nur Clipverschlüsse verwendet wurden. Das Gehäuse des Sensors besteht aus eine interessanten Lamellenkonstruktion, die dem Luftdurchlass und als Lichtfalle dient, um optische Störquellen von außen zu unterdrücken.



Oben befindet sich die Sendediode, der Empfänger befindet sich unten und dazwischen ist eine Art Lichtschutzwand eingebaut. Die Detektierung erfolgt also über Reflektion von IR-Strahlung an den Rauchpartikeln, da keine direkte "Sichtverbindung" zwischen Sender und Empfänger möglich ist.

Hier der Strahlengang: der direkte Einflussbereich des Senders ist in Blau eingezeichnet. Der Erkennungsbereich des Empfängers ist gelb dargestellt.
Im rot umrandeten Bereich können demnach Rauchpartikel direkt detektiert werden.

Eigentlich könnte ich den Rauchmelder nun wieder zusammenbauen. Aber der unbelegte Pin 7 lädt zum Spielen ein ... ;-)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen