Mittwoch, 2. September 2015

Gehäusebau mit Profilen

Der DDS Funktionsgenerator bezog vor etwa einem Jahr ein improvisiertes "Zuhause" in einem alten Stahlblechgehäuse mit handbeschrifteter Sperrholzfrontplatte. Es hat funktioniert, aber der Anblick war eher abschreckend.

In einem Artikel der Zeitschrift ct Hacks 3/2014 - ehemals ct Hardware Hacks und mittlerweile leider zur Zeitschrift Make mutiert - wurde ich auf Gehäuseprofile aufmerksam. Mit Kantenprofilen und 6 Alublechen lassen sich einfache Gehäuse bauen, die den eigenen Bedürfnissen besser gerecht werden, als so manche Konfektionsware.

Fündig wurde ich bei Bürklin, wo ich ein Meter Gerätebauprofil GB 1 Al und mehrere 100 x 200mm Alubleche bestellte ... denn bald sollte der DDS 20 in ein neues Zuhause umziehen.



Die Abmessungen wurden im Wesentlichen von den Maßen der Hauptplatine, dem Platzbedarf des Netzteils und dem Anspruch möglichst wenig Blech zu schneiden bestimmt. Ergo: Frontplatte in 100 x 200mm, Gehäusetiefe 100mm = 5 Bleche, 4 Profile, 8 Schnitte.


Seiten-, Deck- und Bodenblech werden einfach in die Nuten des Profils eingeschoben, Front- und Rückplatte verleihen durch die Verschraubung mit den Profilen der Gesamtkonstruktion ihre Stabilität.

Zunächst habe ich in die Frontplatte 2 Ausschnitte für das Display und die beiden Taster per Laubsäge und Feile eingearbeitet, gefolgt von 4 Bohrungen für die BNC-Stecker, den Encoder und das Potiometer. Es folgten die Bohrungen zur Befestigung der Frontplatte und der Hauptplatine.



Im der Rückwand wurde eine Öffnung für den Netzschalter und das Netzkabel benötigt. Die Bodenplatte erhielt Bohrungen zur Befestigung von Netzteil und Gerätefüßen.

Die Seitenteile, Boden- und Deckblech mussten zugeschnitten werden. Danach enthielten die Bleche folgende Abmessungen:

Front- und Rückblech = 100 x 200mm
Boden- und Deckblech = 100 x 183mm
Seitenbleche = 100 x 83mm

Die Kantenprofile sind jeweils 100mm lang.



Die Frontplatte wollte ich nach der Methode, die ich bereits beim Platinenbelichter erfolgreich umgesetzt habe, gestalten und beschriften. 
Da nach Aufbringen der Frontplattenfolie die Verschraubungen der Hauptplatine und der Tasterplatine nicht mehr sichtbar sein sollten, wurden M3 x 25 Senkkopfschrauben in die Bohrungen eingeklebt.




Die Frontplatte wurde mit Inkscape entworfen, ausgedruckt, auf Passgenauigkeit geprüft und etwas coloriert. 


Anschließend wurde der Ausdruck laminiert und auf die Alufront aufgeklebt



Die hellen Schnittkanten habe ich mit einem Edding geschwärzt.



Es folgte die Endmontage:





Es gibt also eine brauchbare Alternative zum Fertiggehäuse.

Sonntag, 30. August 2015

Ein Display für den Raspberry Pi

Es ist schön, wenn man bei verschiedenen Anwendungen des Raspberry nicht einen Remote Desktop oder einen Monitor nutzen muss, sondern direkt am Gerät via Display schauen kann, was der kleine so treibt.

Das C-Berry 28 von adma-tec bietet sich dafür an.



Infos zur C library:
http://www.airspayce.com/mikem/bcm2835/


Installation:
wget http://www.airspayce.com/mikem/bcm2835/bcm2835-1.42.tar.gz
tar zxvf bcm2835-1.42.tar.gz
cd bcm2835-1.42
./configure
make
sudo make check
sudo make install

Test:
wget http://admatec.de/sites/default/files/downloads/C-Berry28.tar.gz
tar zxvf C-Berry28.tar.gz
cd C-Berry28/SW/tft_test
make
sudo ./tft_test 


Ein gut dokumentiertes Projekt mit Beispielen zur Ansteuerung des Displays befindet sich hier:
http://www.7soft.de

Dienstag, 21. Juli 2015

LED Platinenbelichter (5)

Gehäusebau à la IKEA

Bei IKEA gab es mal Aufbewahrungskisten namens "Pränt" - leider gibt es die nicht mehr, aber ich hatte noch eine mit den Maßen 30 x 30 x 18 cm übrig. Darin sollte nun mein LED-Belichter sein Zuhause finden.
Eine MDF-Platte dient der räumlichen Trennung von Spannungsversorgung und Belichtungsabteil.


Auf die MDF-Platte habe ich ein vom Gehäuse befreites HP Druckernetzteil (32 V, 2500 mA) montiert und mit einem Hauptschalter versehen. Dazu kamen noch ein zweckentfremdetes USB-Ladegerät eines Mobiltelefons für die 5 V Versorgung und das Relaismodul zum Schalten der LED-Versorgungsspannung.




Den Timer habe ich mit einer Aluminium-Frontplatte versehen. Nach dem Anfertigen der entsprechenden Bauteilausschnitte, habe ich ein Frontplattedesign mit Inkscape entworfen und auf normales Papier ausgedruckt (die Farbe ist handgemalt).


Mit 80 μm Folie laminiert und Kontaktkleber aufgebracht, ist eine brauchbare Frontplatte entstanden.


Aus Aluprofilen ist noch ein Rahmen entstanden ...


... um den Timer auf der Holzkistenfront zu montieren.


Die LED-Platine wurde mit wenigen Punkten Heißkleber am Boden fixiert. Darüber habe ich umlaufend Aluwinkel als Auflage für die Trägerscheibe angeschraubt. Linkerhand wurde noch ein Mikroschalter montiert, um dem Timer zu signalisieren, ob die Klappe offen oder geschlossen ist.


Die Trägerscheibe hat die Abmessungen 180 x 240 x 2 mm und stammt von einem rahmenlosen Bilderhalter (wichtig: ohne UV-Schutzbeschichtung).
Gegen seitliches Verrutschen habe ich kleine selbstklebende Filzstreifen angebracht. Auf der Klappenunterseite ist 4 cm dicker Pulsterschaumstoff mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Er soll mit leichtem Andruck für die plane Auflage des Platinenmaterials auf der Belichtungsvorlage sorgen.


Damit die Klappe auch satt schließt, habe ich Kistenverschlüsse verbaut.
Zur Abrundung des äußeren Erscheinungsbildes wurden noch Aluwinkel über die Kanten geklebt bzw. verschraubt und abschließend ein Möbelgriff - ebenfalls von IKEA - zum leichteren Öffnen der Klappe angebracht.


Fertig ist die Laube:






Sonntag, 5. Juli 2015

LED Platinenbelichter (4)

... es wird Zeit ... für einen Timer.

Zum Einsatz kommt Bewährtes: ein Atmega328P-PU mit Arduino Bootloader, ein 2x16 Zeichen LCD, ein Encoder mit Tastfunktion und zwei weitere Tasten zum Ein-/Ausschalten.

Schaltplan:




Bauteilliste:




Da der Testaufbau des Belichters funktionierte, wurde er gleich zur Herstellung des Timers verwendet.




Auf Folie gedruckt, 5 Minuten belichtet, entwickelt und geätzt, ergibt folgendes Ergebnis:



Es folgt das Zuschneiden, Entgraten, Bohren und die Bestückung...



... zu einer 85 x 80 mm großen Platine.



Der Trimmer zum Einstellen des Displaykontrastes wird auf der Platinenunterseite montiert. So ist er auch nach dem Frontplatteneinbau erreichbar.



Die externe Beschaltung:


Die Pins links (JP7) dienen dem Einspielen der Firmware und der Spannungsversorgung. Die restlichen 6 Pins (JP1, JP8) dienen am Cover-Pin und dem ersten GND-Pin dem Anschluss eines Mikrotasters an der Gehäuseabdeckung. Die LEDs sollen nur eingeschaltet werden können, wenn die Abdeckung geschlossen ist und somit keine Gefahr für die Augen besteht.
der nächste GND, OUT1, OUT2 und +5V werden mit dem Relaismodul belegt, wobei in der jetzigen Baustufe nur OUT1 als Schaltstufe benötigt wird.

 Zur Inbetriebnahme muss erst einmal die Firmware (befindet sich auf der Download-Seite) eingespielt werden. Das erfolgte, wie bereits öfters praktiziert, via Arduino-IDE und mit dem  mySmartUSB MK2.


Wie gehabt die Reset-Taste drücken, und die Firmware ist eingespielt wenn der oben angezeigte Display-Inhalt sichtbar wird. 99 s ist die Defaultzeit, die beim ersten Beschreiben des internen EEPROMs des Atmega zur Anwendung kommt.


Die Handhabung

Einstellen der Belichtungsdauer

1. Druck auf den Encoder
--> Statusanzeige AUS wechselt zu SET


2. mit dem Encoder die gewünschte Zeit in Sekunden einstellen.

3a. mit Druck auf den Encoder die Einstellung bestätigen. 
--> Zeit wird im EEPROM gespeichert und bleibt auch nach Abschalten der Stromzufuhr erhalten.
--> Statusanzeige wechselt zu AUS

3b. Alternativ Druck auf die graue Taste
--> Abbruch der Einstellung
--> ursprüngliche Einstellung bleibt erhalten
--> Statusanzeige wechselt auf AUS




Belichtung starten/unterbrechen

Rote Taste = Start
--> LEDs leuchten
--> Statusanzeige wechselt zu AN
--> verbleibende Belichtungszeit wird hinter "Rest:" angezeigt



Graue Taste = Stop
--> LEDs abgeschaltet
--> Statusanzeige wechselt auf AUS




Erneuter Druck auf die rote Taste = Fortsetzen der Belichtung
Langer Druck auf graue Taste = Zeit zurücksetzen



Geräteabdeckung wird geöffnet 

--> Belichtung unterbricht
--> Statusanzeige wechselt auf AUS
--> Anzeige COV unten rechts



Zum Fortsetzen:
1. Abdeckung schließen
--> COV-Anzeige verschwindet
2. Roter Taster = Fortsetzen
--> Statusanzeige wechselt auf AN


Ablauf der Belichtungszeit 

--> bei Rest = 0 s
--> LEDs schalten ab 
--> Signaltonfolge ertönt



Anzeige der Firmware-Version

Im SET-Modus (Druck auf Encoder) wird durch drücken der roten Taste die Firmware-Version angezeigt.




Jetzt fehlt nur noch ein Gehäuse.

[Fortsetzung folgt ...]

Dienstag, 30. Juni 2015

LED Platinenbelichter (3)

Ein erster Belichtungsversuch mit Zeitsteuerung

Zum Ansteuern benutze ich einen improvisierten Testaufbau, bestehend aus einem Arduino Uno, meinem LCD-Shield und einem Relaismodul zum Schalten der LED-Phalanx.
Das Relaismodul besitzt 2 Relais, so dass eine Erweiterung um eine LED-Platine für doppelseitige Belichtung jederzeit möglich ist.



Als Stromversorgung benutze ich für die LEDs ein 30V Gleichspannungsnetzteil eines alten Druckers. Der Arduino wird über ein USB-Netzteil versorgt.

Die LED-Platine ist in einem Holzkasten untergebracht, der mit einer Bilderrahmen-Glasscheibe abgedeckt wurde. Der Abstand der LEDs zum "Objektträger" beträgt 17 cm.




Mit einer Belichtungsteststreifen-Vorlage von rn-wissen.de habe ich einen Ausdruck auf Transparentfolie angefertigt. Der Ausdruck wurde anschließend mit Tonerverdichter behandelt. Dadurch werden die schwarzen Teile lichtundurchlässiger.




Beim Test wurden nach festen Intervallen mit einem schwarzen Karton je ein Stück mehr von der Platine zur Belichtung freigegeben. Auf der Vorlage sind dazu Zeitangaben enthalten, die mir jedoch viel zu kurze Intervalle enthielten.
Ich habe mich für ein Intervall von einer Minute entschieden, da es mir nicht um die genaue Zeit ging, sondern lediglich um die Feststellung, dass der Aufbau prinzipiell funktioniert. Die genauen Belichtungszeiten werde ich beim fertigen Gerät ermitteln.






Achtung: Der verwendete Entwickler Natriumhydroxid (NaOH) und das Ätzmittel Natriumpersulfat (Na2S2O8) sind ätzend. Natriumpersulfat ist zusätzlich brandfördernd. 
Vor der Verwendung dieser Substanzen ist es unbedingt erforderlich, sich über die Handhabung und die damit einhergehenden Gefahren zu informieren. Die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen sind unbedingt einzuhalten. 


Nach dem Belichten und ca. 30 s Entwickeln in Natriumhydroxid-Lösung (NaOH), erhielt ich eine deutlich erkennbare Ätzmaske.



Nach dem Ätzen mit Natriumpersulfat ist erkennbar, dass die rechte Seite (5 min belichtet) das beste Ergebnis geliefert hat.






Das Gerät und der Prozess funktionieren.
Als nächstes werde ich das Timer-Provisorium im etwas solidere Hardware gießen - der Belichter darf sich quasi selbst herstellen - und das Ganze in einem robusteren Gehäuse unterbringen.
Das Timer-Programm funktioniert störungsfrei und kann mit ein paar veränderten Portzuweisungen an die endgültige Hardware angepasst werden. Aber eins nach dem anderen ...

[Fortsetzung folgt]





Sonntag, 21. Juni 2015

LED Platinenbelichter (2)

Die LED Platine ist nun fertig. Bis auf eine LED, die ich evtl zu heiß gelötet hatte und die schnell getauscht war, gab es keine Probleme.
Die Einzelplatinen habe ich an den Stoßkanten mit etwas Silberdraht geklammert und dann verlötet.




Die mechanische Stabilität sollte damit ausreichend sein.
Der Bestückungsplan hat sich etwas geändert. Die Verdrahtung ist jetzt enthalten.




Der elektrische Test zeigt subjektiv bei allen LEDs die gleiche Lichtstärke. um die Kamera nicht zu übersteuern, habe ich ein Blatt Papier aufgelegt.



Jetzt muss noch die Höhe der Auflage ermittelt werden, bei dem eine gleichmäßige Ausleuchtung der zu belichtenden Fläche gewährleistet ist.



mit a=30° und A = 14,5 mm ergibt sich nach

h = 27 mm. Rechnet man zur Sicherheit A = 20 mm (bessere Überlappung der Strahlenkegel) ergibt sich h = 38 mm. Mit etwas Zuschlag für die LED-Höhe ergibt sich ein H = 45 mm.
Soviel zur Theorie. 
Beim errechnet Abstand ergab sich folgendes Bild:



Grausig!
Und damit war ich wieder in der Praxis angelangt, denn es gibt keine optimalen und gleich gefertigten LEDs ohne Toleranzen. Try and Error ist angesagt. 
Bei einem Abstand von H = 100 mm wird es deutlich homogener:



Noch eine mattierte Aktenhülle als Diffusor auf die LEDs und es ist fast schon perfekt:



Ein Teil der noch sichtbaren "Granularität" ist der Mattscheibe (Papier) zu verdanken.
Auch sind die Ecken noch nicht optimal ausgeleuchtet, was sich durch einen reflektierenden Innenanstrich des Gehäuses bessern dürfte. Das gab mein Testaufbau leider nicht her.




[Fortsetzung folgt ...]