Sonntag, 22. Juni 2014

Funktionsgenerator wiederbelebt

Auch alte Bausatzmodule müssen nicht in den Schrott wandern, nur weil es vermeintlich besseres bzw. moderneres auf dem Markt gibt. Für wenig Geld viel mir ein alter Funktionsgenerator von ELV in die Hände, den es aufzubereiten galt.



Es handelte sich um einen DDS 20 mit folgenden Werten:



Sinus Frequenzbereich:  
0,1 Hz - 20 MHz
Sinus Spannung:  
0 - 4 Vss, Ri = 50 W
Rechteck Frequenzbereich:  
0,5 Hz - 20 MHz
Rechteck Spannung:  
5 Vss, Ri = 50 W,  TTL-Pegel
Wobbelbereich:  
0,1 Hz - 20 MHz
Wobbelfrequenz:  
0,1 Hz - 20 Hz


1. Ausbau der Verschleißteile

... und das sind bei elektronischen Geräten meist die mechanischen Bauteile. In diesem Fall Taster, Potentiometer und Drehgeber. Bei Kontaktproblemen können diese Bauteile richtig Ärger verursachen, besonders wenn dann kein passender Ersatz zu finden ist und nachträglich die Frontplatte geändert werden muss.
Also lieber gleich ersetzen.





2. Bau eines Netzteils

Das Netzteil sollte 100 mA bei +5 V und -5 V liefern. Die Spannungsregler befinden sich schon auf der Platine des Funktionsgenerators. Das Netzteil musste also lediglich eine unstabilisierte Spannung liefern. Die maximale Dropout Spannung benötigt der positive Spannungsregler L7805CV mit 2,5 V, der negative L7905C ist mit 1,4 V unkritischer. Die unstabilisierte Eingangsspannung muss also > 7,5 V sein. 
Ein Transformator mit sekundärseitiger 6 V Wechselspannung liefert nach Gleichrichtung und Glättung und bei Nennlast, etwa 7,7 V. Da ich den Transformator etwas größer als notwendig wählte, lag die Ausgangsspannung noch etwas höher und war in jedem Fall ausreichend.


Die Bauteile:

2 Elektrolytkondensator, 16x25mm, RM 7,5mm
1 Brückengleichrichter B 40 C 1400
2 Sicherungshalter, 5x20mm, max. 6,3A-250V
2 Sicherungen 160mA träge
1 Trafo 2,3VA, 2x 6V, 2x 192mA
1 Netzschalter 2 polig




... übersichtlich auf einer Platine angeordnet:







3. Frontplattenbau

Ein altes lackiertes Stahlgehäuse hatte ich noch auf Lager. Da für die Frontplatte kein passendes Alublech zur Hand war, habe ich kurzerhand eine Frontplatte aus Sperrholz gebaut - mit dem guten Vorsatz, sie bald durch Alu zu ersetzen. 
Nun war es an der Zeit auch die "Verschleißteile" durch neue Bedienelemente zu ersetzen. Der Taster zum Aufruf der Einstellungen wurde nicht mehr als separater Schalter ausgeführt, sondern durch die Tastfunktion des Encoders ersetzt, was die Bedienung vereinfacht.



Bauteile:


1 Inkremental Encoder 12°, mit Taster
1 Drehpoti. linear, 4mm, mono 470 Ohm
2 Drehknöpfe
2 Bananenbuchse 4mm, vollisoliert, rot
2 Bananenbuchse 4mm, vollisoliert, schwarz
2 BNC-Einbaubuchse, 50 Ohm, Lötversion

Sinus- und Rechtecksignale können sowohl an BNC-Buchsen als auch an 4 mm Buchsen für Bananenstecker abgegriffen werden.




4. Einbau ins Gehäuse

Das Netzteil habe ich auf Abstandhaltern montiert und den Schutzleiter am Gehäuse befestigt. 

Der provisorische Stil der Frontplatte setzt sich in deren Beschriftung fort ;-)




5. Test mit dem Oszilloskop: 

10 MHz Rechteck, 5 V:




10 MHz Sinus, 4 Vss:



Die Kurvenform sieht brauchbar aus. Nun muss sich das Gerät der Praxis stellen ...

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