Samstag, 13. April 2013

Innenansichten: Sat-Receiver Smart Rapido II




Werfen wir einen Blick in einen frühen Vertreter der Digital-Receiver - sprich: ohne HDTV.


Smart Rapido II 


ASTRA, PAL, 30W, made in ??? (Fernost)



Die Beschriftung der rechten Scart-Buchse gibt einen weiteren Hinweis, aus welcher Epoche der Fernsehtechnik diese kleinod stammt: VCR = Video Cassette Recording ;-)


Die 3 Gehäuseschrauben sind schnell gelöst, das Öffnen des Gehäuse offenbart einen großzügig bemessenen Innenraum:



40% Receiver-Platine, 20% Netzteil. Warum so ein großes Netzteil? Das verrät ein Blick auf die Vielzahl der Versorgungsspannungen, die die Receiver-Platine benötigt. Auf der Unterseite der Platine befinden sich keine Bauteile.













Was hat die Receiver-Platine zu bieten?

Als erstes sticht ein IS42S16400B ins Auge. Ein SDRAM Speicherchip mit 64 MBit und einer Taktrate bis 166 MHz. Dies ist vermutlich der erweiterte Arbeitspeicher des Controllers.
Und weil ich gerade beim Speicher bin: der MX29LV160 ist ein 16 MBit CMOS Flash-Speicher. Hier dürften die Konfigurationsdaten (Einstellungen, Senderlisten, Favoriten, ...) für den Controller gespeichert sein.




Apropos Controller - wo steckt der eigentlich? 

Der versteckt sich unter einem Kühlkörper,  der mit sanfter Gewalt und Hebelkraft entfernt werden muss.
Zum Vorschein kommt ein STI5518, ein "SINGLE-CHIP SET-TOP BOX DECODER WITH MP3 AND HARD DISK DRIVE SUPPORT". 

Leider wurde der Hard Disk Support nicht genutzt und keine Disk verbaut - schade.

Ob man da was basteln kann? ;-)



Getaktet wird STI5518 mit 27 MHZ, obwohl die 32-bit CPU auch 81 MHz abkönnte. Er kann 5.1 Dolby Digital und auch DTS. 
Jedoch auch hier gilt: von Gerät nicht genutzt.





Ebenfalls auf der Platine: ein CD4053M - 3x2 Multiplexer Kanäle - analog-digital






und ein Operationsverstärker LM358.
Und dann gibt es noch einen PT8211 Digital-Analog Wandler mit 16-Bit Auflösung. Notwendig, da der Receiver Audio auch in analoger Form liefert.




Im Tunerbaustein von Sharp ist ein STV0299B verbaut, der für die QPSK/BPSK Demodulierung sorgt. Der Baustein kann via I2C Interface von einem Controller gesteuert werden.







Ein LM317 Spannungsregler ist ebenfalls vorhanden. Nicht sehr spektakulär, aber von 1,25 V bis 37 V regelbar, bei bis zu 1,5 A Stromstärke. Der wandert in jedem Fall in die Bastelkiste.




Zu den Bedienelementen:



- 7 Taster zur Kanalwahl und Menüe-Steuerung
- eine IR-Diode zum Empfang der Fernbedienungssignale
- 2 LEDs zur Statusanzeige
- ein 4-stelliges 7-Segment LED Display zur Kanalanzeige



Auf der Rückseite befindet sich ein 74HC164, ein 8-bit serial-in, parallel-out shift register. Die übliche Anwendung in diesem Umfeld ist das Multiplexen der LED Anzeige.




Riskieren wir noch eine Seitenansicht auf die LED Anzeige:





Damit hat sich das Gerät das Prädikat:

verdient.


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